Storytelling für dein Sachbuch: Warum das so sinnvoll ist!

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Du steckst mitten in der Arbeit an deinem Sachbuch, da kommen bei dir Zweifel auf ... Alle relevanten Daten und Fakten hast du zusammengetragen – doch erreichst du damit deine Leserinnen? Du beleuchtest dein Thema von allen Seiten – doch wird es auch anschaulich? Du vermittelst deine Position – doch wird wirklich erlebbar, weshalb diese relevant ist?

Gerät dir dein Manuskript allzu trocken, kann Storytelling für dich die Lösung sein.

Was genau es dir bringt und wie du Storytelling im Sachbuch und Ratgeber für dich nutzen kannst, erfährst du in diesem Beitrag von Gastautor Andreas Schuster


Was dir Storytelling in deinem Sachbuch bringt und warum du Geschichten nutzen solltest

Du möchtest in deinem Sachbuch nicht nur alle wichtigen Inhalte unterbringen, sondern auch ein fesselndes Leseerlebnis ermöglichen. Beschränke dich dafür nicht auf Sachinhalte, sondern erzähle auch Geschichten!

Doch wie genau soll dein Text davon profitieren? Du hast eine ganze Reihe an Möglichkeiten ...

Erleben statt bloß davon lesen

Eine Figur, die die von dir geschilderten Herausforderungen oder Lösungen tatsächlich erlebt, bietet Identifikationspotenzial für deine Leser. Diese erfahren nicht länger nur etwas über ein Thema, sie imaginieren sich selbst an die Stelle der Heldinnen oder Antihelden.

In Bildern schreiben

Mithilfe von Geschichten kannst du deine Ausführungen bildhaft auf den Punkt bringen. Du kannst so veranschaulichen, zuspitzen oder vereinfachen. Dies macht es den Leserinnen leicht, die Quintessenz deines Textes zu behalten und anzuwenden.

Ein roter Faden

Eine Geschichte, die deine Überlegungen illustriert, braucht nicht nur an einer einzigen Stelle deines Sachbuchs zu stehen. Du kannst sie immer wieder aufgreifen und Aspekte deiner Argumentation mit ihrer Hilfe erläutern. So erweiterst du deine Gestaltungsmöglichkeiten und lockerst deine sachlichen Ausführungen auf.

Schreibkompetenz erweitern

Indem du innerhalb deines Sachbuchs Storytelling verwendest, also auch Geschichten erzählst, baust du deine Schreibkompetenz aus. Aspekte wie Erzählperspektive, Spannungsaufbau und Erzählstil werden nun für dich relevant. Diese wachsende Expertise wird sich positiv auf dein Schreiben im Allgemeinen auswirken.

Denkanregung

Deine Geschichten können Fragen aufwerfen oder Leerstellen aufweisen, indem sie z. B. an einer bestimmten Stelle enden. Setze diese Möglichkeit gezielt ein und reg deine Leserinnen so zum Nachdenken an.

Hilfe zur Fokussierung

Machst du das Geschichtenerzählen zu einem zentralen Bestandteil deiner Sachbuchschreibe, hilft es dir dabei, fokussiert zu bleiben. Fällt dir zu einem Aspekt deiner Ausführungen per se keine passende Story ein? Dann mach dir Gedanken, ob er für deine Überlegungen tatsächlich so relevant ist, wie du bisher dachtest.

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Ideenfindung

Nicht erst, wenn du mitten in deinem Sachbuchprojekt steckst, wird Storytelling relevant. Du kannst auch mit Geschichten beginnen, wenn du noch gar nicht weißt, was genau du schreiben willst. Welche Erlebnisse mit Kunden, Klientinnen oder Patienten sind dir in Erinnerung geblieben? Was fasziniert dich an ihnen? Erstelle eine Sammlung und achte auf Muster. Vielleicht steckt darin eine Idee für dein neues Buch?

Leser fesseln

Das Leseerlebnis deiner Sachbücher wird bedeutend kurzweiliger, wenn du fesselnde Geschichten in sie einwebst. In ihnen steht eine Figur vor Herausforderungen und die Frage ist, ob sie diese meistern wird. Da wollen wir als Leserinnen schließlich wissen, wie die Sache ausgeht, und bleiben entsprechend dran.


Konkrete Möglichkeiten des Storytellings im Sachbuch – drei Beispiele

1. Fallbeispiele fesselnd erzählen

Die wohl am weitesten verbreitete Möglichkeit, narrative Elemente in deinem Sachbuch zu nutzen, besteht in dem Einbinden von Fallbeispielen. Damit diese nicht zu Bleiwüsten werden, die die Leser am liebsten überblättern, gibt es einiges zu beachten:

  • Beschreibe deine Figuren kurz und knapp, ein paar Eckdaten reichen.
  • Werde möglichst konkret, schreib nicht zu abstrakt und allgemein.
  • Lass die Perspektive deiner Figur, ihre Gedanken, Gefühle und Lebensweise einfließen.
  • Wirf einen Konflikt auf und erzähl diesen vom Ausgangsproblem bis zur Lösung. Diese kann positiv sein und deine Lösungen veranschaulichen oder auch als abschreckendes Beispiel dienen.

Ein gelungenes Beispiel für ein Sachbuch, in dem fesselnde Fallbeispiele die Ausführungen greifbarer machen, ist Jessie Inchauspés „Der Glukose-Trick“.

2. Figuren erfinden

Erfinde Figuren, die vor den typischen Herausforderungen deiner Thematik stehen oder sich in beispielhaften Situationen befinden. Greife im Verlauf des Textes immer wieder auf sie zurück. Anstatt sie als einmaliges Fallbeispiel kennenzulernen, begleiten deine Leserinnen sie also durch die unterschiedlichsten Momente.

Bei Bedarf kannst du anhand dieser Figuren komplexe Überlegungen anschaulich machen. Wie würde es deiner Figur an dieser oder jener Stelle ergehen? Wie würde sie auf diese oder jene Entwicklung reagieren? Gestalte kurze Erzählpassagen, welche den jeweiligen Stand deiner Überlegungen aus der Perspektive deiner Figur verdeutlichen.

Der philosophische Bestseller „Das Handwerk der Freiheit“ zeigt vorzüglich, wie dies gelingen kann. Die unterschiedlichen Positionen der Willensfreiheitsproblematik werden hier anhand erfundener Figuren erlebbar gemacht.

3. Dialoge in typischen Situationen

Neben Geschichten im engeren Sinn kannst du auch kurze Dialoge in deinen Text einbetten. In solch szenischen Passagen versetzen wir uns als Leser ohne große Umschweife in eine Gesprächssituation hinein. Sie können innerhalb des Textes als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen dienen oder einzelnen Kapiteln vorangestellt werden. Auch eine humoristische Note kann so besonders einfach in dein Buch einfließen.

Lebendige Dialoge sind kurzweilig zu lesen. Das gesprochene Wort bringt die Ansichten, Haltungen und Blickwinkel der Figuren implizit zum Ausdruck. So zeigst du nicht nur, worum es dir geht, anstatt es bloß zu beschreiben. Im besten Fall sorgst du auch noch für ein gehöriges Maß an Unterhaltung.

Anele Gilhus nutzt in „Jetzt wird am Schräubchen gedreht“ typische Dialoge mit Patienten auf virtuose Weise, um markante Situationen im Verlauf einer Therapie zu verdeutlichen.


Storytelling im Sachbuch ist eine Haltungsfrage 

Beim Schreiben eines Sachbuchs bist du im optimalen Fall aufs engste mit deinem Thema verbunden. Ein lebendiger Schreibprozess erfordert schließlich eine detaillierte Recherche. Du solltest alles, was zu deinem Thema gehört, in dich aufsaugen. Doch diese Haltung sollte sich nicht allein auf die Sachinhalte beschränken. Geh mit offenen Augen durch die Lebens- oder Gedankenwelt, über die du schreibst. Finde und erfinde Geschichten oder lass dich von ihnen finden. So hebst du dein Sachbuchschreiben auf ein ganz neues Level!

Andreas Schuster

Andreas Schuster

Andreas ist Schreibtrainer und Autorencoach und begleitet werdende Romanciers und Autobiografen auf ihrem Weg zum eigenen Buch.

Mehr über Andreas Schuster findest du auf www.schreiben-und-leben.de.

Weitere, häufige Fragen zum Thema

Was ist Storytelling?

Storytelling heißt auf Deutsch: Geschichten erzählen. Im Kontext Expertenbuch bedeutet Storytelling, dass du nicht nur die nackten Zahlen oder Fakten in deinem Buch aufzählst, sondern diese durch Geschichten vermittelst. Geschichten, mit denen sich deine Leser*innen identifizieren können. Von denen sie emotional angesprochen werden. Denn das Geniale ist: Wir können uns Fakten und Infos viel besser merken, wenn wir dazu eine Geschichte gehört haben. Insbesondere bei komplexen Inhalten sind Geschichten also sehr wichtig, damit die Leser*innen dem Text überhaupt folgen und die Informationen verarbeiten können.

Was macht gutes Storytelling aus?

Gutes Storytelling erkennt man daran, dass die Geschichten authentisch wirken. Dass sie die Leser*innen fesseln und im Gedächtnis bleiben. Bei gutem Storytelling merke ich als Leserin gar nicht, dass es gerade „Storytelling“ ist. Vielmehr werde ich ganz natürlich in die Geschichte gezogen. Ich fiebere mit den Figuren mit und genieße die Spannung und am Ende die Auflösung.

Wie kann ich mein Storytelling verbessern?

Du kannst dein Storytelling verbessern, indem du mit allen Sinnen schreibst. Was sehen, riechen, fühlen, schmecken und hören die Figuren in deiner Geschichte? Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Geschichten müssen passen – zu deiner Zielgruppe und zu dir als Autor*in. Frage dich: Bei welchen Geschichten kann deine Zielgruppe direkt andocken? Welche Geschichten gehören zu deinen Werten als Autor*in? Besonders wichtig ist, dass du genau weißt, mit welchen sprachlichen Mitteln du deine Geschichte optimal erzählst. Mein Extra-Tipp: In meiner Expertenbuch-Masterclass findest du ein Modul zum Thema Storytelling. Es unterstützt dich bei genau diesen Fragen. Damit du deine Expertenbuch-Leser*innen mit deinen Geschichten unterhältst, begeisterst und überzeugst.

Was ist der Unterschied zwischen Fakten und Geschichten?

Daten und Fakten verarbeiten wir kognitiv. Es sind zum Beispiel Argumente, die unsere These im Buch untermauern. Oder die Vorteile unseres Produktes beschreiben. Wir wollen hier auf der Ebene der Vernunft und des Verstandes sagen: Das, was ich dir gerade erkläre, macht Sinn. Geschichten hingegen zielen auf unsere Emotionen ab. Sie wollen uns mitfühlen lassen: Sie wollen in uns etwa Spannung, Traurigkeit, Hoffnung, Mitgefühl und Erleichterung auslösen – damit wir auch spüren, was inhaltlich erklärt wird. So werden wir auf viel tieferer Ebene bewegt, begeistert und überzeugt, als das mit Fakten möglich ist.

Wie nutzt du Storytelling in deinem Sachbuch oder Ratgeber? Schreib mir im Kommentar.

Headerbild: Unsplash / Clay Banks 

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