Hand reichen statt Druck machen: Sich selbst führen beim Expertenbuch – Interview mit Autorin Sabine Wöller

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Wenn der innere Kritiker vorbeikommt

„Das wurde doch alles schon gesagt!“ – „Wer bin ich schon, dass ich darüber ein Buch schreibe?“ – „Das ist viel zu banal, das weiß doch jeder!“

Solche und ähnliche Sätze kenne viele Expertenbuch-Autor*innen. Man sitzt endlich am Schreibtisch, hat gerade losgeschrieben – und dann kommt der innere Kritiker plötzlich vorbei und vermiest einem die Laune.

Die Frage ist jedoch gar nicht so sehr, wie man diese inneren Sätze „abstellen“ kann. Vielmehr ist das Entscheidende, wie wir damit umgehen: Glauben wir beispielsweise unserer kritischen Stimme, dass wir das Buch auch sein lassen können, weil es ja schon viele andere Bücher zu unserem Thema gibt?

Oder machen wir uns bewusst, dass unsere Leser*innen das Buch nicht für eine bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckung kaufen, sondern für unsere Perspektive und unsere Art, die Dinge zu erklären?

Im besten Fall lassen wir uns nicht stressen, sondern bleiben bei uns. Wir setzen uns unter Druck, sondern führen uns wohlwollend wieder zurück in den schöpferischen Modus.

Wie das gelingen kann, zeigt Sabine Wöller. Sabine ist Führungskräfte-Coach und hat im April 2026 ihr Expertenbuch veröffentlicht: „The Inner KORE: Dein Weg zu innerer Klarheit und authentischer Wirksamkeit“.

Inner KORE

Im Interview erklärt sie, wie wir uns beim Expertenbuch selbst führen können. Damit wir nicht gegen uns selbst arbeiten und uns noch mehr unter Druck setzen, sondern lernen, uns im Schreibprozess selbst die Hand zu reichen.

Im Grunde geht es aber um viel mehr als „nur“ das Schreiben – es geht um die Verbindung zum inneren Kompass und echte Wirksamkeit im Außen.

Im Interview mit Sabine erfährst du:

  • Was „innerer Kompass“ und Kohärenz bedeuten
  • Was hinter ihrem entwickelten Inner-KORE-Modell steckt
  • Welche Rolle innere Führung in Sabines Schreibprozess gespielt hat
  • Warum sie ihr Buch mit einem Verlag veröffentlicht hat
  • Wie sie ihr Expertenbuch als Marketingtool nutzt und mit ihrem Business verbindet


Video-Interview mit Sabine Wöller

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Weitere Informationen


Falls du gerade lieber lesen möchtest: Im Folgenden findest du eine Zusammenfassung des Interviews. 🙂

Verbindung zum inneren Kompass – was heißt das und warum ist das wichtig?

In meiner Zeit als Führungskraft habe ich bemerkt, wie Komplexität überbordend wird. Und wie man versucht, sie mit noch mehr Wissen und noch mehr Kompetenz und noch mehr Leistung zu managen.

Irgendwann habe ich dann aber ebenfalls gemerkt: Dieses „noch mehr“ bringt mich nicht weiter. Ich werde deswegen nicht besser oder schlauer. Vielmehr stagniert die Leistung und nimmt ab: Ich werde eher schlechter.

Für mich war die Schlussfolgerung daraus: Es braucht nicht noch mehr Kompetenz, sondern innere Stimmigkeit – einen inneren Kompass. Es geht nämlich darum, dass alle unsere inneren Steuerungssysteme gut miteinander connected sind und connected bleiben, eben auch unter Druck. Erst dann können wir auch in der Komplexität Leistung bringen und so wirksam sein, wie wir wollen.

Hintergrund dafür ist Folgendes: Wenn Menschen in einem Dauerstress sind, fühlen sie sich oft irgendwann wie fremdgesteuert, als hätten sie den Kontakt zu sich selbst verloren. Das geschieht, weil man aus Energiegründen das sogenannte Verstandsgehirn wegschaltet und nur noch automatisiert mit vergangenen Erfahrungen arbeitet. Man reagiert und funktioniert dann nur noch.

Mit „Verbindung zum inneren Kompass“ meine ich, dass wir auch unter Druck bewusst und stimmig bleiben. Das geschieht, wenn der Körper und der verarbeitende Verstand im Einklang funktionieren. Auf diesem Ansatz fußt das Inner-KORE-Modell.

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Inner-KORE-Modell – was ist das genau?

Wir können die innere Verbindung so stärken, dass sie dauerhaft stabil bleibt. Um das zu erreichen, müssen wir unseren Blick aber nach innen richten und proaktiv und strukturiert vorgehen – mit dem Inner-KORE-Modell.

KORE ist eine Abkürzung – die vier Buchstaben stehen für die vier Schritte:

  1. Das K steht für „knowing self“. Ich beginne damit, meinem Verstand Zugang dazu zu verschaffen, was in mir vorgeht und wie ich innerlich ticke: Welche Vorlieben habe ich, was motiviert mich? Aber auch: Was triggert mich, was ärgert mich, wo ziehe ich mich zurück? Damit gebe ich dem Verstand die Möglichkeit, das Innere zu verstehen, sodass er nicht mehr sagt: „Komisch, warum hast du da jetzt so reagiert? Das verstehe ich gar nicht.“

  2. Das O steht für „owning self“. Oft neigen wir dazu, uns und unsere Ängste gar nicht ernst zu nehmen. Dann stempeln wir uns selbst als unfähig oder unprofessionell ab und sagen wir Sätze wie: „Guck dir das doch an, so eine kleine Spinne, wie kann man denn vor so was Angst haben!? Also du bist aber auch blöd.“ Dieses Schimpfen passiert, wenn unser Verstand nicht versteht, was unser Körper tut.

    Ich finde: Das muss aufhören. Wir könnten zum Beispiel stattdessen sagen: „Komm, wir schauen uns das mal näher an. Haben wir wirklich einen Grund, an der Stelle Angst zu haben? Oder gibt es da irgendwas, das uns gerade überreagieren lässt und das wir wieder regulieren können?“ Auf diese Weise haben wir dann die Chance, unser Inneres zu regulieren – weil wir es erst einmal ernst genommen haben. „owning self“ bedeutet deswegen, Verantwortung für das zu übernehmen, was im Inneren passiert.

  3. Daran schließt der Schritt „revealing self“ an: Was ich in mir geordnet habe, kann ich jetzt nach außen tragen. Wenn ich zum Beispiel merke: „Hier ist doch irgendwas nicht stimmig im Raum,“ dann kann ich auch zur Klärung beizutragen. Das muss sich nicht zwangsläufig nur auf mich selbst beziehen, manchmal hilft es auch anderen. Es geht also darum, in dieser Stimmigkeit auch wirksam nach außen zu werden. Also sichtbar zu werden und anderen damit Orientierung und Vertrauen zu schenken.

    Es ist das, was wir im Businessleben als „psychologischer Sicherheit“ bezeichnen: den Raum so zu öffnen, dass auch andere sich trauen, mir zu sagen: „Ich habe hier eine Angst.“ Weil sie wissen, dass ich es ernst nehme.

  4. Das E steht für „evolving self“, der finale Schritt. Jetzt habe ich ja meine Verhaltensweisen gut verstanden und kann die Dinge, die mich belasten, einordnen. Jetzt weiß ich, woher das alles kommt – und erst jetzt kann ich mich fragen: Was kann ich denn jetzt tun? Was ist ein guter erster Schritt, um mich da weiterzuentwickeln? Das heißt: Hier können wir immer weiter unser Selbstbild, unser Weltbild, unsere Stabilität stärken.

Mit diesen Schritten kommen wir dahin, dass uns die innere Kohärenz wirklich stärkt und uns auf Dauer gesünder und wirksamer macht.


Wie hast du innere Führung beim Buchschreiben erlebt?

Es wäre schön, wenn ich jetzt sagen könnte: Ich habe meine innere Kohärenz schon erreicht. Es ist jedoch etwas, was man nie ganz erreicht. Aber es geht auch vielmehr darum, was ich mitkriege. Also ob ich zum Beispiel gerade merke, dass ich in meine eigene Kritik gelaufen bin. Und genau das ist mir beim Buchschreiben passiert. Wenn etwa der Imposter gekommen ist und meinte: „Das ist doch alles nur Quatsch, was du da schreibst. Das will sowieso nie jemand lesen.“

In solchen Momenten habe ich gedacht: So, du schreibst jetzt also darüber, wie einer innerlich stabil sein und in seiner Energie bleiben soll. Jetzt guck mal bei dir selbst: Was ist denn da mit dir los? Wie kommt das zustande? Ist das real – oder wie viel davon ist real? Und wie gehe ich jetzt damit intelligent um?

Um dieses Reflektieren und Sich-selbst-Fragen geht es im Grunde. Aber wenn man sich einmal intensiv damit befasst hat, dann merkt man das auch irgendwann schnell. Dann kennt man seine Trigger und kann den eigenen Zustand und das Verhalten einordnen.

Die Kunst bei der inneren Kohärenz ist es also zu merken, dass man aus dem Ruder läuft, und sich dann selbst die Hand zu reichen. Also zu sagen: So, jetzt schauen wir uns mal an, was da los ist, und wie wir wieder in die Kurve kommen. Und das passiert ständig, bei vielen Aktivitäten jeden Tag. Warum sollte das beim Bücherschreiben anders sein?

Was ist am wichtigsten für die innere Führung beim Schreiben?

Zum einen ist wichtig, erst einmal zu reflektieren: Wie ich ticke eigentlich? In deiner Masterclass haben wir uns ja zum Beispiel auch angeschaut, was für ein Schreibtyp wir sind. Das war auch super, denn damit verstehe ich: Ich bin am effektivsten, wenn ich es so mache, wie ich es intuitiv mache. Denn ich werde es nie besonders gut machen, wenn ich es versuche wie jemand anders. Damit hört auch endlich die Vergleicherei auf und der Gedanke, alle machen es viel toller als ich

Das zweite ist: wohlwollend mit sich selbst umgehen. Das heißt: Ich habe mich verstanden und ich gehe gut mit mir um in diesem Prozess. Ich treibe mich nicht immer an und ich rede mich nicht immer schlecht.

Das sind für mich die zwei wichtigsten Elemente: knowing und owning. Ich mache das my way. Und wenn ich mal in eine Krise komme, führe ich mich ganz behutsam wieder dahin, wo ich produktiv bin.

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Wie kam es zu der Entscheidung für einen Verlag?

Das Buchschreiben an sich war schon eine Herausforderung. Ich habe mich auf Terrain bewegt, das ich überhaupt nicht gut kannte. Und da wollte ich mich nicht komplett überfordern. Das gehört auch zum gesunden Wachstum dazu: Sich auf eine Bahn begeben, die einen wachsen lässt und fordert, aber auch nicht überfordert. Die Veröffentlichung wollte ich deswegen von einem Profi machen lassen. Es war für mich also ein Selbstschutzmotiv – ich wollte meine Herausforderung dosieren.

Ich habe mit BusinessVillage, einem kleinen Sachbuchverlag für Business-Themen, gearbeitet, wo mein Buch optimal hineinpasst. Dadurch, dass es ein kleiner Verlag ist, war die Zusammenarbeit total pragmatisch, über kurze Wege. Ich hatte immer das Gefühl, ich habe allen Freiraum habe, den ich möchte. Und wenn ich wieder einen Rahmen brauche, braucht es nur ein Telefonat.

Beim Thema Veröffentlichungsweg und Verlag hat mich auch deine Masterclass unterstützt. Denn du hast uns dort gezeigt, wie man den Verlag findet, der für einen stimmig ist. Das war auch ein wichtiger Teil des Weges, dass ich mir darüber Gedanken gemacht habe.


Inwieweit hat unsere Masterclass dich unterstützt, dein Buch fertigzustellen?

Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich kam ja am Anfang nur mit dieser Haltung und dem Gedanken zu dir: „Das muss doch mal jemand sagen.“ An dem Punkt wusste ich nicht einmal, wie ich das in einem Satz zusammenfassen könnte.

Du hast dann den Rahmen geboten, um mir erst einmal die wichtigsten Fragen zu beantworten: Für wen ist dieses Buch? Wie fülle ich meine Idee mit Inhalten? Wie sieht das grobe Gerüst des Buches aus? Was für inhaltliche Materialien brauche ich dafür? Was für ein Schreibtyp bin ich? Wie komme ich in eine Schreibroutine rein? Wie schreibt man überhaupt? Wortwahl, Tonalität, Absätze, Verständlichkeit – über all diese Punkte hatte ich mir vorher gar keine Gedanken gemacht.

Deswegen war unsere Zusammenarbeit nicht nur ein Rahmen, sondern wirklich ein Pfad, den ich Schritt für Schritt gehen konnte. Diese Struktur war für mich auch besonders wichtig, um überhaupt ins Schreiben zu kommen. Dabei haben auch die gemeinsamen Schreib-Sessions sehr geholfen. Wir haben uns mit mehreren Autor*innen getroffen, miteinander geschrieben und unsere Sorgen und Probleme geteilt.

Deine Masterclass war daher eine komplette Begleitung, die mir das Rüstzeug fürs Buchschreiben gegeben hat. Danach wusste ich: So geht’s und so mache ich es. Und jetzt brauche ich auch nicht mehr die Schützenhilfe, weil ich bleib allein dran.

Liebe Sabine, einen herzlichen Dank für das Interview!

Sabine Wöller

Sabine Wöller

Sabine Wöller ist Führungskräfte-Coach. In ihrer Arbeit begleitet sie Menschen in Verantwortung dabei, stimmig zu handeln und auch unter Druck wirksam zu bleiben. Im Zentrum steht dabei die Entwicklung hin zu mehr innerer Stimmigkeit – beschrieben im von ihr entwickelten Inner-KORE-Modell.

Mehr Infos zu Christine Thiele und ihrem Buch findest du auf ihrer Website sabinewoeller.com  sowie auf ihrem LinkedIn-Profil.

Ihr Buch „The Inner KORE: Dein Weg zu innerer Klarheit und authentischer Wirksamkeit“ ist überall im Buchhandel erhältlich.

Nächste Schritte

Du möchtest wie Sabine ein Expertenbuch schreiben, um andere Menschen zu inspirieren und deine Sichtbarkeit zu vergrößern – und gleichzeitig im Buchprozess wertvolle Erfahrungen sammeln und eine gute Zeit haben? Dann schau dir meine Expertenbuch-Masterclass oder mein 1:1-Expertenbuch-Coaching an.

Für den Einstieg ins Buchprojekt ist auch mein 4-Wochen-Kurs Expertenbuch STARter bestens geeignet. Wenn du erst einmal schnuppern, aber trotzdem schon Ergebnisse erarbeiten möchtest, ist mein 2-stündiger Kickoff-Workshop das Richtige für dich.

So oder so: Ich begleite dich von der ersten Idee bis zum fertigen Buch. Gemeinsam entwickeln wir ein überzeugendes Buchkonzept und die für dich ideale Veröffentlichungsstrategie. Gerne begleite ich dich auch beim Schreiben deines Manuskripts und allen anderen Schritten auf deiner Buch-Reise.

Denn meine Mission ist: Expert*innen dabei zu unterstützen, mit Flow und Fahrplan ein hochwertiges Expertenbuch zu veröffentlichen – für mehr Expertenstatus, Impact, Wunschkund*innen und das erfüllende Gefühl, mit dem eigenen Buch dauerhaft Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.

Wie gehst du mit dem inneren Kritiker um? Schreib mir im Kommentar.

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