Der Weg zum Buch: nicht immer nur einfach
Das eigene Expertenbuch – für viele Coaches und Berater*innen ein Traum. Es ist erfüllend, sich dem eigenen Thema in der Tiefe zu widmen. Ein Buch erreicht, inspiriert und unterstützt viele andere Menschen. Glaubwürdigkeit und Expertenstatus festigen sich. Neue Türen gehen auf.
Aber der Weg zum Expertenbuch ist nicht immer nur einfach. Vielmehr kann fast jede*r Autor*in auch von Herausforderungen oder sogar Krisen berichten. Momente, die sich zäh, schwierig oder einfach nur schlecht anfühlen.
Eine dieser Autor*innen ist meine Kundin Christine Thiele. Christine ist Coach, Trainerin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. 2023 war sie Teilnehmerin meiner Expertenbuch-Masterclass. Im Herbst 2025 hat sie im Verlag Bubble Your Hub ihr Buch veröffentlicht mit dem Titel: „Mal eben leben – trotz Krise. 12 Kaffeepausen, die dich aufrichten“.
Seit über 20 Jahren begleitet Christine Menschen durch Krisen – mit Charme und einer guten Prise Trotz. Sie weiß, wovon sie spricht: Ihre eigene Krebserkrankung hat ihren Blick auf das Wesentliche geschärft. Ich war neugierig, wie gerade Christine als Krisen-Expertin mit den schwierigen Momenten im Buchprozess umgegangen ist.
Im Interview mit Christine erfährst du:
- Wie Christine es geschafft hat, im vollen Berufsalltag am Buch dranzubleiben
- Welche großen und kleinen Krisen sie während ihres Buchprozesses erlebte – und wie sie damit umgegangen ist
- Wie du als Autor*in für mentale Gesundheit im Buchprozess sorgst
Video-Interview mit Christine Thiele
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Weitere Informationen
Falls du gerade lieber lesen möchtest: Im Folgenden findest du eine Zusammenfassung des Interviews. 🙂
Wie hast du die Verbindlichkeit und Motivation aufrechterhalten?
Ich habe klare Strukturen etabliert. Ein sehr wichtiges Aha-Erlebnis dabei war, dass ich durch dich meinen Schreibtyp herausgefunden habe. Es gibt ja Menschen, die strukturschaffend arbeiten: Sie schreiben drauflos und während des Schreibens finden sie die Struktur. Das bin ich nicht. Ich bin stattdessen strukturfolgend: Ich brauche erst ein Textskelett, auf dieser Basis schreibe ich einen Rohtext. Diesen Rohtext überarbeite ich dann.
Mein Schreibtyp war für mich deswegen eine so wichtige Erkenntnis, weil ich in der Schule nie richtig schreiben gelernt habe. Wie die meisten habe ich früher einfach drauflosgeschrieben, aber das hat mir eigentlich nicht getaugt. Daher hatte ich auch immer das Gefühl, ich kann nicht schreiben. An meiner neu gelernten Struktur halte ich jetzt sehr streng fest: Ich schreibe nichts mehr, ohne vorher ein Textskelett zu erstellen.
Natürlich hat mir auch deine Expertenbuch-Masterclass extrem geholfen – sie war ein Gamechanger. Denn sie hat mich u. a. dabei unterstützt, regelmäßig zu schreiben. Dadurch konnte ich Schritt für Schritt den Buchprozess durchschreiten.
Wie ist es dir gelungen, das Schreiben im Alltag zu integrieren?
Das Wichtigste war auch hier wieder: Struktur. So habe ich die Pomodoro-Technik für mich entdeckt. Dabei arbeitet man konzentriert für 25 Minuten und macht dann 5 Minuten Pause – das kann man beliebig oft wiederholen. Klassischerweise stellt man dafür jeweils einen Wecker. Ich habe es dann so gemacht, dass ich zweimal 25 Minuten pro Tag am Buch gearbeitet habe.
Das habe ich jedoch nicht dogmatisch gestaltet, sondern realistisch. Wenn ich es an vier von sieben Tagen geschafft hatte, dann war ich zufrieden. Manchmal gab es auch sehr stressige Wochen – dann habe ich improvisiert und beispielsweise am Wochenende viermal 25 Minuten eingeplant.
Außerdem war es hilfreich, mir nichts Konkretes vorzunehmen – also nicht zu sagen: „Ich schreibe jetzt das erste Kapitel“ oder „Ich schreibe jetzt den Rohtext“. Stattdessen habe ich mich nur an der Zeit orientiert – und in dieser Zeit durfte entstehen, was ging. Wichtig war auch hier wieder: realistisch zu planen und kleine Schritte zu gehen.
Zu meinen Gewohnheiten gehörte auch, zwischen den Aufgaben zu wechseln. Denn an manchen Tagen war klar: Jetzt habe ich Lust auf rohtexten. Und an anderen Tagen habe ich gemerkt: Heute ist schreiben nicht angesagt, ich arbeite stattdessen an der Textstruktur. So konnte auch an mehreren Kapiteln gleichzeitig arbeiten, was mir Spaß gemacht hat.

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Welche Krisen hast du erlebt – und wie bist du damit umgegangen?
Es gab einige Krisen. Eine große Krise war zum Beispiel die Verlagssuche. Da habe ich tatsächlich für einige Zeit gedacht: „Ich lass das mit dem Buch.“ Denn die großen Verlage hatten mir zwar immer ein positives Feedback auf mein Exposé gegeben, aber gleichzeitig abgesagt. Ich war so enttäuscht, das ich zwischendurch erst einmal ein paar Wochen Pause machen musste, um mich wieder zu sortieren.
Und natürlich gab es auch kleine Krisen. Dazu gehörte beispielsweise, dass ich mal keine Lust aufs Buch hatte. Oder dass ich eine Woche lang nicht geschrieben hatte und dann erst wieder reinfinden musste. Oder auch, wenn ein Text lange gelegen und ich dann das Gefühl hatte, ich muss wieder von vorne anfangen.
Meine Strategie war dann – das ist ja auch ein Thema meines Buches: kleine Schritte machen. Wenn es zum Beispiel gerade einen Text gab, an dem ich lange nicht gearbeitet hatte, dann waren die 25 Pomodoro-Minuten dafür da, den Text durchzulesen und wieder reinzukommen. Wichtig war hier: mich dafür nicht innerlich zu kritisieren, sondern freundlich mit mir umzugehen in diesem herausfordernden Prozess.
Was mir auch sehr hilft und ebenfalls ein Thema in meinem Buch ist: das sogenannte Nudging. Das heißt, mir immer wieder kleine Anstupser zu geben, kleine Impulse zu setzen. Dazu gehörte beispielsweise zu überlegen: Wo kann ich schreiben? Am Wochenende vielleicht in einem schönen Café oder am Bergsee? Also die Frage: Wie kann ich es mir schön machen?
Ebenfalls war es mir immer wichtig, realistisch dranzugehen. Fünf Stunden am Tag zu schreiben – das ging einfach nicht. Ich habe ja in Vollzeit gearbeitet. Aber ich weiß auch gar nicht, ob mir das so viel Spaß gemacht hätte …
Und ein letzter hilfreicher Punkt: sich Unterstützung zu holen. Wie beispielsweise deine Masterclass, Feedback-Sessions oder auch die Co-Writing-Sessions. Vor allem in der letzten Phase des Manuskripts, als der Abgabezeitpunkt näher rückte, hat mir das Co-Writing extrem geholfen. Da haben wir ja im Sommer gemeinsam zweimal pro Woche geschrieben.
Was sind Risikofaktoren im Buchprozess – und welche Selbstfürsorge-Strategien gibt es?
Grundsätzlich ist der Buchprozess eine Herausforderung. Ich beispielsweise hatte ständig das Gefühl, schreiben zu müssen. Das Buchprojekt ist ja immer da – und das verursacht Druck. Wichtig ist aus meiner Sicht, diesen Druck zu regulieren und keine zu hohen Erwartungen an sich zu stellen.
Hierbei hilft: realistische Erwartungen zu haben. Denn die meisten Autor*inne stehen mitten im Leben: Sie müssen Geld verdienen, haben eine Familie, müssen sonstige Herausforderungen wuppen. Hier sollte man es wirklich runterzubrechen darauf, was möglich und machbar ist. Um eben nicht in ein Gefühl des Versagens zu geraten.
Was die Verlagssuche betrifft: Da braucht man ein dickes Fell, das kann auf den Selbstwert gehen. Denn die Verlage arbeiten oft nur mit Stars zusammen – das Buch wird also über den Namen verkauft. Da kann es schnell passieren, dass man sich klein oder nicht so wichtig fühlt. Hier ist es hilfreich, sich immer wieder auch die kleinen Erfolge bewusst zu machen.
Auch Feedback kann eine Herausforderung sein, habe ich erlebt. Ich hatte zum Beispiel mein Cover an ein paar Freunde und gute Kolleg*innen geschickt. Ich wollte ihnen einfach zeigen, wie weit ich schon bin und wie sich das Cover entwickelt hat. Daraufhin kam eine Welle von Verbesserungsvorschlägen zurück – um die ich aber ja gar nicht gebeten hatte. Das hat mich gestresst.
Aus Selbstschutz habe ich danach niemandem mehr etwas gezeigt und auch niemanden probelesen lassen, außer meiner Verlegerin. Ich habe mich dazu entschieden, zu sagen: Ich habe meine Crew im Verlag. Die wissen schon, was geht und was nicht. Man darf also auch in Sachen Feedback sehr bewusst überlegen: Wen frage ich oder auch nicht – und was möchte ich genau wissen?
Eine weitere Sache, die ich noch empfehlen würde: Man muss irgendwann einen Punkt machen. Man könnte ja immer noch mehr recherchieren, mehr schreiben, mehr an den Sätzen feilen. Aber irgendwann ist der Moment gekommen, das Buch rauszugeben. Hier hilft der Mut zu sagen: Es ist vielleicht nicht perfekt, aber es ist sehr gut. Ich stehe dazu und zeige mich damit auch in meiner Verletzlichkeit.
Und zuletzt: Es kann die Frage aufkommen „Will das eigentlich jemand lesen?“. In meinem Bereich „mentale Gesundheit“ gibt es beispielsweise einfach schon unglaublich viele Bücher. Es ist ein hartumkämpfter Markt, ich besetze also keine kleine Nische. Hier hat mir der Gedanke geholfen: Das ist meine Sicht auf die Dinge und ich hoffe, dass meine Erfahrung und Expertise für die Leser*innen hilfreich ist.

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Dein Buch ist Marketinginstrument – welche Türen haben sich schon geöffnet?
Zum einen muss man sagen: Die Menschen, die das Buch in den Händen halten, geben mir positives Feedback. Das ist großartig. Die erste Auflage ist ausverkauft mit 1.000 Exemplaren, wir gehen jetzt in die zweite Auflage. Zum anderen ist aber die Problematik: So viele Menschen kennen mich noch nicht. Deswegen will ich nun mehr in die Sichtbarkeit kommen, sodass einfach noch mehr Menschen von meinem Buch erfahren. Aber auch hier werde ich wieder die Strategie der kleinen, realistischen Schritte nutzen.
Konkret gab es einen Artikel in der lokalen Zeitung über mein Buch. Daneben bin ich auf einer Veranstaltung in der Akademie unserer Berufsschule als Keynote-Speakerin gebucht. Auch eine Anfrage von einem Buchladen habe ich erhalten, für eine Lesung im Rahmen des Internationalen Frauentags. Es tut sich also etwas – und einiges hätte sich ohne das Buch nicht ergeben.
Ich merke aber auch einfach, dass es in Gesprächen mit Interessent*innen oder in Auftragsverhandlungen etwas anderes ist, wenn ich ein Buch anbieten kann. Ein Buch hat Gewicht. Und es gibt mir ein gutes Gefühl: Die Menschen können mich darüber schon kennenlernen und wissen einfach, wie ich bin.
Wie hat die Masterclass dich unterstützt, dein Ziel zu erreichen?
In der Masterclass habe ich genau das gefunden, was ich gesucht hatte: das Handwerk des Schreibens zu lernen. Die Wissensvermittlung, die Feedback-Möglichkeiten – sowohl in der Gruppe als auch die Text-Feedbacks von dir persönlich –, die Unterstützung, auch immer wieder der Humor. Das alles hat mich unterstützt und einfach wunderbar gepasst. Ich plane gerade sogar mein zweites Buch und würde mich dabei gerne wieder von dir begleiten lassen. Denn es ist einfach ein Unterschied, ob man diese Buchreise allein macht oder ob mit einer Unterstützung.
Liebe Christine, einen herzlichen Dank für das Interview!

Christine Thiele
Christine ist Coach, Trainerin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. In ihrer Arbeit begleitet sie Einzelne, Teams und Organisationen durch Krisen, Konflikte und Veränderungsprozesse.
Mehr Infos zu Christine Thiele und ihrem Buch findest du auf ihre Website christine-thiele.de sowie auf ihrem LinkedIn-Profil und Instagram-Kanal.
Ihr Buch „Mal eben leben – trotz Krise. 12 Kaffeepausen, die dich aufrichten“ ist überall im Buchhandel erhältlich.
Nächste Schritte
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Für den Einstieg ins Buchprojekt ist auch mein 4-Wochen-Kurs Expertenbuch STARter bestens geeignet. Wenn du erst einmal schnuppern, aber trotzdem schon Ergebnisse erarbeiten möchtest, ist mein 2-stündiger Kickoff-Workshop das Richtige für dich.
So der so: Ich begleite dich von der ersten Idee bis zum fertigen Buch. Gemeinsam entwickeln wir ein überzeugendes Buchkonzept und die für dich ideale Veröffentlichungsstrategie. Gerne begleite ich dich auch beim Schreiben deines Manuskripts und allen anderen Schritten auf deiner Buch-Reise.
Denn meine Mission ist: Expert*innen dabei zu unterstützen, mit Flow und Fahrplan ein hochwertiges Expertenbuch zu veröffentlichen – für mehr Expertenstatus, Impact, Wunschkund*innen und das erfüllende Gefühl, mit dem eigenen Buch dauerhaft Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.
Welche Krisen und Herausforderungen kennst du von deinem Weg zum Expertenbuch? Schreib mir im Kommentar.
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