Intuitiv ein Expertenbuch schreiben – Interview mit Autorin Britta Kimpel

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Mit der eigenen Intuition zum Expertenbuch

Ein Expertenbuch schreiben bedeutet: Erst das Buchkonzept, dann das Inhaltsverzeichnis erstellen und schließlich diszipliniert Kapitel für Kapitel abarbeiten – oder etwa nicht? Dass es auch anders gehen kann, zeigt Psychologin und NeuroEmbodiment-Expertin Britta Kimpel.

Mit ihrem neu erschienenen Sachbuch „Kein neues Ich. Mit NeuroEmbodiment zurück zu deinem wahren Selbst“ versetzt sie nicht nur dem gesellschaftlichen Selbstoptimierungswahn einen Seitenhieb. Sie zeigt auch, wie das Expertenbuch-Schreiben intuitiv gestaltet werden kann. Statt sich in starre Raster pressen zu lassen und vermeintlichen „Regeln“ zu folgen, folgte Britta nämlich erst einmal nur ihrer Intuition.

Buchcover von Kein neues ich

Im Interview gibt sie einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen ihres intuitiven Buchprozesses. Sie erzählt, warum starre Vorgaben der Horror für sie waren, wie sie im Schreibretreat zum Buchtitel kam und warum unser Buchcoaching für sie der Schlüssel war, um das Buch erfolgreich zu Ende zu bringen.

Im Interview mit Britta erfährst du:

  • Was NeuroEmbodiment bedeutet
  • Wie sie den Buchprozess intuitiv gestaltet hat
  • Welche Rolle ihr Schreibtyp dabei gespielt hat
  • An welche Grenzen sie dadurch mit dem Verlag gestoßen ist
  • Wie man auch nach der Buchveröffentlichung den Perfektionsdruck ablegen kann


Video-Interview mit Britta Kimpel


Falls du gerade lieber lesen möchtest: Im Folgenden findest du eine Zusammenfassung des Interviews. 🙂

Wer bist du und was machst du als Expertin für NeuroEmbodiment?

Ich bin Psychologin und habe mich auf die Themen Embodiment, Körperbewusstsein und Nervensystemarbeit spezialisiert. Das ist auch der Kern von NeuroEmbodiment: unser Nervensystem zu regulieren und wieder zu uns selbst zurückzufinden. Denn viele Menschen heute sind extrem verkopft und spüren sich selbst nicht. Dadurch nehmen sie auch ihre Bedürfnisse nicht wahr und können Grenzen nicht setzen. Zu diesem Thema habe ich auch mein Buch geschrieben.

Was für ein Buch hast du geschrieben – und für wen? 

Es ist ein Sachbuch. Mir war sehr wichtig, dass es kein klassischer Ratgeber wird. Denn an Ratgeber glaube ich nicht: Wir sind alle individuelle Menschen und das, was für eine Person funktioniert, muss nicht zwingend auch für die andere Person funktionieren. Deswegen bin ich persönlich kein Fan von diesen „7 Schritten zum Erfolg“ oder „0815-Wegen“. Mein Ansatz ist: Es ist völlig egal, was andere machen. Wichtig ist die Frage: Was ist für mich selbst stimmig?

Deswegen könnte man mein Buch als Anti-Ratgeber verstehen. Es zeigt, wie man all die Stimmen aus dem Außen ausblenden kann. Um wieder in Verbindung mit sich zu sein und Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen.

Ich glaube, das ist etwas, womit viele kämpfen. Mein eigener Weg hat natürlich auch damit zu tun, auch ich habe damit ganz lang gekämpft. Die Frage war immer: Was erwartet man von mir oder was sieht gut aus – zum Beispiel in Bezug auf Karriere – oder was ist der sinnvolle nächste Schritt? Nichts davon hat sich gut angefühlt für mich, nichts davon war wirklich mein Weg. Deswegen ist mein Anliegen, dass Menschen sich selbst wieder mehr vertrauen als all dem vielen lauten Geschrei da draußen.

Was bedeutet NeuroEmbodiment? 

Embodiment heißt das Verkörperung – das, was wir verkörpern oder wie wir in unserem Körper sind. Dazu gehören all unsere Muster, unsere Autopiloten, unsere Konditionierungen. Also alles, was wir tun, ohne drüber nachzudenken. 

Wir können uns das vorstellen wie beim Autofahren: Am Anfang ist alles erst einmal im Kopf und wir müssen es lernen – Innenspiegel, Außenspiegel, blinken und so weiter. Irgendwann funktioniert das so automatisch, dass die meisten von uns spontan nicht mal mehr sagen können, ob sie mit dem rechten Fuß aufs Gas oder auf die Bremse treten. Weil unser Körper das einfach macht, weil es so verkörpert und verinnerlicht ist. 

Genauso aber sind eben unsere Muster verkörpert und verinnerlicht. Ein Beispiel: Ich habe nicht gelernt, um Hilfe zu bitten. Auch wenn etwas herausfordernd für mich ist, frage ich nicht um Hilfe. Und selbst wenn mir Hilfe angeboten wird, lehne ich sie automatisiert ab. Hinterher würde ich sogar sagen, dass keiner mir Hilfe angeboten hat. Einfach, weil das nicht Teil meiner verkörperten Realität ist. 

Was wir heutzutage sehr viel machen – und wobei auch Social Media sehr stark mitbeteiligt ist: Wir sehen Ideale da draußen, wir sehen, wie wir sein sollten, wie wir aussehen müssen, wie wir leben müssen, was gut und richtig ist und so weiter. Das löst einen extremen Selbstoptimierungsdruck aus, indem wir ständig irgendetwas an uns verändern wollen. Für unser Nervensystem ist all das zusätzlicher Stress. Zudem signalisieren wir uns auch unbewusst, dass wir so, wie wir sind, nicht okay sind. Sonst müssten wir  ja nichts verändern.

Deswegen ist der absolute Grundansatz von NeuroEmbodiment:  Wir sind erst einmal okay mit allem, was ist. Und das heißt nicht – das ist immer die größte Angst –, dass sich dann nie was verändert. Es kann sich genau dadurch verändern, dass wir nicht mehr gegen uns selbst kämpfen. Und dadurch, dass wir uns selbst wieder mit mehr Mitgefühl begegnen. Und aus dieser Ruhe heraus kann sich dann was Neues entwickeln.

Wie kam es zu dem Titel „Kein neues Ich“?

Ich bin zum Schreiben zweimal für zwei Wochen in die Berge gefahren, quasi in ein Schreibretreat mit mir selbst. In der Mittagspause bin ich immer am Inn spazieren gegangen. Ich weiß noch genau, dass ich auf einem Zickzack-Weg zum Fluss runtergelaufen bin. Im Hintergrund hat es immer in mir mitgearbeitet: Ich habe Textpassagen in meinem Kopf geschrieben, teilweise habe ich sie auch ins Handy diktiert. Der Titel kam auf diesem Zickzack-Weg zum Fluss. Ich glaube, ich hatte gerade in meinem Kopf eine Passage zusammengefriemelt, in der ich mich gegen dieses „Werde zur besten Version deiner selbst“ oder „Good Vibes Only“ ausspreche. 

Es gibt das sehr bekannte Buch „Ein neues Ich“ von Joe Dispenza. Für mich ist der Titel „Kein neues Ich“ ein netter Seitenhieb an diese ganze Selbstoptimierungsgesellschaft. Warum sollen wir ein neues Ich sein? Warum können wir nicht zufrieden sein mit dem Ich, das wir schon sind? Wie viel schöner und harmonischer wäre dann die Welt? Mit diesen Gedanken ist der Titel entstanden. Der Verlag fand den Titel zum Glück auch sehr buchtauglich.

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Auf mich hast du sehr intuitiv gewirkt im Buchprozess – wie hast du ihn erlebt? 

Ich weiß noch, dass ich vor unserer Zusammenarbeit in die Falle getappt bin von „So schreibt man ein Buch“ und „Janina, sag mir, wie ich das machen muss“. Ich war auch davon ausgegangen, dass ich erst eine Struktur haben muss. Auch der Verlag wollte ja schon vor dem Schreiben ein Inhaltsverzeichnis von mir. Ich merkte aber, dass das für mich der totale Horror war – denn woher soll ich wissen, wo die Reise hingeht, wenn ich noch nicht mal mit dem Schreiben angefangen habe?

Wir hatten dann eine Coachingsession, in der du mich über die unterschiedlichen Schreibtypen aufgeklärt hast – und das war für mich augenöffnend. Denn ich mache in meinem Leben alles sehr intuitiv. Und in dieser Coaching-Session habe ich verstanden: „Oh mein Gott, ich kann mein Buch so schreiben, wie ich auch mein Leben lebe. Ich muss das nicht anders machen.“ Das war unglaublich wertvoll.

Kleiner Exkurs, um die Schreibtypen einzuordnen: Die Schreibforschung hat gezeigt, dass es verschiedene Typen gibt, die jeweils intuitiv anders vorgehen beim Schreiben.

Strukturschaffer*innen schreiben oft direkt drauflos. Die Textstruktur ergibt sich nach und nach während des Schreibens – daher Strukturschaffer*innen.

Strukturfolger*innen hingegen legen erst eine Struktur an und folgen dieser beim Schreiben – daher Strukturfolger*innen.

Vor meinen Schreibretreats haben wir uns dann ganz konkret angeschaut: Wie kann ich vorgehen, wenn es mal Schreibblockaden gibt? Oder was mache ich, wenn es nicht weitergeht? Ich weiß noch genau, dass du gesagt hast: „Schreib einfach drauflos. Ohne den Anspruch, dass da irgendwas Sinnvolles entsteht. Fang an zu schreiben und vertraue drauf, dass der ganze Rest kommt.“ Und genau so war es. 

Wenn ich intuitiv schreibe, mache ich mal die Augen zu, sodass ich mit dem Kopf nicht so dabei bin, sondern im Körper. Und in diesem Schreibretreat habe ich die Berge angeschaut und habe einfach geschrieben. Und das war extrem hilfreich. So habe ich tatsächlich angefangen zu schreiben, ohne zu wissen, was es für ein Buch wird. Wenn ein Kapitel zu Ende war, habe ich mich dann gefragt: Wo stehen wir und was ist der logische nächste Schritt? 

Es gab Kapitel, die habe ich fünfmal geschrieben. Ich bin fünfmal in irgendeine Abbiegung gegangen und fand dann, dass es nicht passt. Dann habe ich etwas anderes ausprobiert. So habe ich in dem Zeitraum wahrscheinlich mindestens fünf Bücher geschrieben, rein vom Umfang. Aber so war der Prozess. 

Bei der Sitzung mit dem Verlag, in der ich das Inhaltsverzeichnis hätte präsentieren sollen, habe ich ein paar Themenbausteine als mögliche Themen und Richtungen gezeigt. Der Verlag hat sich dann darauf eingelassen, dass ich kein Inhaltsverzeichnis vor dem Schreiben abgebe. Es war super, dass ich den Freiraum gekriegt habe, den ich gebraucht habe. 

Der Verlag hat mir aber auch gesagt: Bis Juli spätestens muss ich ein Inhaltsverzeichnis abgeben. Mein offizieller Abgabetermin war im September. Somit wusste ich dann: Wenn ich im Juli ein Inhaltsverzeichnis abgeben muss, muss ein fertiges Buch da sein. Weil anders gibt es kein Inhaltsverzeichnis. Und das war dann der Anspruch, wirklich bis Juli alles fertig geschrieben zu haben.

Alles in allem war es ein spannender Prozess und ich bin wirklich dankbar, dass ich ihn auf meine Weise so strukturschaffend gehen könnte. Alles andere wäre für mich der größte Horror gewesen. Es wäre auch nichts Gutes dabei rausgekommen, da bin ich todsicher.

Was hat dich dabei unterstützt, deinen Weg zu gehen und intuitiv schreiben?

Am Anfang hatte ich wirklich befürchtet, ich werde dasitzen, werde heulen, werde verzweifelt sein und mich fragen: Was zur Hölle tue ich da? Aber den Moment gab es nie. Es hätte ihn aber gegeben, wenn ich nicht mit dir im Buchcoaching zusammengearbeitet hätte. Und wenn ich nicht die Sicherheit gehabt hätte, dass ich dir in schwierigen Momenten schreiben kann und wir eine Coachingsession vereinbaren. Das alles war einfach Gold wert.

So war der Schreibprozess für mich total schön. Wie gesagt, es gab Kapitel, die habe ich 100 Mal geschrieben. Aber dann habe ich das alles noch mal gesichtet, ein bisschen auseinandergenommen und ein paar Sachen umgestellt und überarbeitet. In diesem Zuge wurde dann immer klarer, wie es weitergeht. 

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Was ist seit der Buchveröffentlichung passiert?

Es sind ein paar Artikel erschienen, zum Beispiel ein Interview in der Brigitte, wo es um das Thema Körperbild und Körperideale geht. Es werden jetzt noch ein paar Interviews und Artikel in den kommenden Monaten erscheinen im Magazin Visionen, in der Bewusster Leben und im Yoga Journal. Es waren auch ein paar Podcast-Interviews dabei. 

Ich muss aber sagen, dass ich das Buchmarketing sehr ruhig angegangen bin. Erst einmal habe ich mich gefreut, dass das Buch da ist. Ich habe nicht den Ansporn, überall zu erscheinen, wo man nur erscheinen kann.

Das Buch ist jetzt in der Welt, es ist jetzt auch irgendwie nicht mehr meins. Vielmehr ist es jetzt das, was jeder für sich draus macht. Es geht seinen Weg und das, was kommt, kommt und das, was nicht kommt, ist auch wunderbar. Das ist da gerade meine Haltung.


Liebe Britta, einen herzlichen Dank für das Interview!

Britta Kimpel

Britta Kimpel ist Psychologin und Expertin für NeuroEmbodiment. Mit ihrer Arbeit möchte sie Menschen dazu inspirieren, wieder mehr in Verbindung mit sich und ihrem Körper zu kommen – und der eigenen Wahrheit mehr zu vertrauen als den Erwartungen oder Meinungen von anderen. 

Mehr Infos zu Britta Kimpel und ihrem Buch findest du auf ihrer Website sowie auf Instagram und YouTube

Ihr Buch „Kein neues Ich. Mit NeuroEmbodiment zurück zu deinem wahren Selbst“ ist überall im Buchhandel erhältlich.

Nächste Schritte

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So oder so: Ich begleite dich von der ersten Idee bis zum fertigen Buch. Gemeinsam entwickeln wir ein überzeugendes Buchkonzept und die für dich ideale Veröffentlichungsstrategie. Gerne begleite ich dich auch beim Schreiben deines Manuskripts und allen anderen Schritten auf deiner Buch-Reise.

Denn meine Mission ist: Expert*innen dabei zu unterstützen, mit Flow und Fahrplan ein hochwertiges Expertenbuch zu veröffentlichen – für mehr Expertenstatus, Impact, Wunschkund*innen und das erfüllende Gefühl, mit dem eigenen Buch dauerhaft Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.


Wie gehst du beim Expertenbuch vor – intuitiv oder eher planend? Schreib mir im Kommentar.

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