Schreibblockade: Was tun, wenn beim Schreiben deines Buches nichts mehr geht?

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Willkommen in der Schreibblockade: Du sitzt an deinem Schreibtisch und willst eigentlich dein Buchkapitel schreiben. Die Zeit drängt, es sollte schon seit Wochen fertig sein. Aber es will nicht raus! Deine Gedanken schaffen es nicht aufs (digitale) Papier. Dein Kopf fühlt sich gleichzeitig vollgepresst mit Inhalten und leer an. Dein Nacken schmerzt von der Anspannung.

Je länger du aufs leere Blatt schaust, umso größer werden auch deine Selbstzweifel: Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, ein Buch zu schreiben? Du hättest dir doch denken können, dass es eine Nummer zu groß für dich ist! Mit einer Mischung aus Enttäuschung, Wut und Traurigkeit machst du wieder mal Schluss, ohne ein Wort geschrieben zu haben. 

Ich kenne Schreibblockaden noch sehr gut aus meinem Studium. In den Semesterferien fand ich mich regelmäßig darin wieder, wenn es hieß: Hausarbeit schreiben. Ich habe damals an meinen Fähigkeiten gezweifelt und mich gefragt, ob die Uni überhaupt der richtige Ort für mich ist.

Heute als Schreibcoach weiß ich: Ich war weder unfähig noch dumm noch faul. Vielmehr fehlte mir schlicht das Wissen zu Schreibblockaden und wie ich diese vermeiden kann. 

Denn Schreibblockaden sind kein Zufall, sondern haben ihre Ursachen. Das Gute daran: Wenn du die Ursachen kennst, kannst du bewusst gegensteuern – und damit Schreibblockaden bei deinem Buchprojekt vermeiden.

In diesem Blogartikel erfährst du, was eine Schreibblockade aus schreibwissenschaftlicher Sicht ist und was die häufigsten Ursachen sind. Natürlich zeige ich dir auch, was du bei einer akuten Schreibblockade tun kannst. Neben der Sofort-Hilfe lernst du aber auch, wie sich Schreibblockaden langfristig vorbeugen lassen. 

Was tun bei einer Schreibblockade? Die wichtigsten ersten Schritte

Starte mit kleinen Schritten: Setze dir konkrete Mini-Aufgaben, z. B. 15 Minuten lang den ersten Rohentwurf zu schreiben. Je konkreter und übersichtlicher du die Aufgabe formulierst, desto besser.

Reduziere den Druck: Erlaube dir bewusst, einen unperfekten Text zu schreiben. Ein erster Entwurf darf wild, unstrukturiert und unvollständig sein. Widerstehe dem Impuls, deinen Text direkt zu korrigieren. Die Überarbeitung kommt erst im zweiten Schritt. 

Schaffe dir einen klaren, wohlwollenden Rahmen: Lege genau fest, wann und wo du schreibst. Wähle Zeiten und Orte, die dich beruhigen und produktiv sein lassen. Nutze Rituale und Belohnungen, um dich zu motivieren und in eine gute Schreibstimmung zu bringen. 

Nutze Feedback und Gespräche: Bitte eine Vertrauensperson um ein wohlwollendes, konstruktives Feedback zu deinen Ideen oder Texten. Das motiviert und stärkt dich. Es hilft auch, einfach über deine Ideen, Texte oder deine Schreibblockade zu sprechen.

Reflektiere die Ursachen: Reflektiere (etwa mithilfe dieses Blogbeitrags), was die tieferen Ursachen für deine Schreibblockade sind. Nutze entsprechende Tipps, um dich wieder in den Schreibfluss zu bringen.

Was ist eine Schreibblockade?

Eine Schreibblockade ist eine länger andauernde Unfähigkeit, mit dem Schreiben zu beginnen oder weiterzuschreiben. Sie ist also keine mangelnde Fähigkeit zu schreiben, sondern eine kognitive Störung, die das Denken, Erinnern, Konzentrieren oder auch Problemlösen einschränkt. 

Wissenschaftlich lässt sich das durch eine Überlastung des Arbeitsgedächtnisses erklären, das für das temporäre Speichern und Verarbeiten von Informationen verantwortlich ist. Beim Schreiben muss das Arbeitsgedächtnis Höchstleistungen erbringen und mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig bewältigen: Inhalte erinnern, die Zielgruppe im Blick behalten und passende Formulierungen finden. 

Wenn geeignete Schreibstrategien fehlen, um mit diesen parallelen Anforderungen umzugehen, ist das Arbeitsgedächtnis überfordert – der Schreibfluss kommt zum Stillstand.

Dabei äußern sich Schreibblockaden auf unterschiedliche Weise:

Manche Autor*innen schaffen es nicht, mit dem Schreiben anzufangen. Andere beginnen zwar, schreiben den Text aber nicht zu Ende. 

Manchmal spielen auch psychologische Faktoren eine Rolle, etwa Ängste oder Prokrastination. Ein Hinweis dafür ist, dass die Schreibblockade sich nicht durch veränderte Schreibstrategien lösen lässt. In diesen Fällen ist eine psychologische Unterstützung ratsam.

Schreibblockade, Schreibhemmung, Schreibproblem – was ist der Unterschied?

Die neuere Schreibforschung unterscheidet je nach „Schweregrad“ drei Stufen von Schreibschwierigkeiten:

  • Schreibproblem: Das Schreiben ist verlangsamt, weil das Arbeitsgedächtnis zu viele Dinge gleichzeitig bewältigen muss und. Das kommt bei fast allen komplexen Schreibprojekten vor.
  • SchreibhemmungDas Schreiben ist verzögert, weil sich ein wiederholt auftretendes, ungelösten Schreibproblem zu einem festen Handlungsmuster verfestigt hat. Bei ähnlichen Schreibaufgaben wirst du immer wieder ausgebremst. 
  • Schreibblockade: Das Schreiben kommt völlig zum Stillstand, weil sich über längere Zeit wiederholt auftretende, aber ungeklärte Schreibhemmungen verfestigt haben. Hier ist psychologische Unterstützung sinnvoll.

Diese Differenzierung ist aus zwei Gründen nützlich: Zum einen hilft sie dir, das Problem rational einzuordnen, und zu erkennen, ab wann professionelle Hilfe ratsam ist. Zum anderen zeigt sie, dass Blockaden nicht plötzlich entstehen, sondern tiefere Ursachen haben. Wenn du die Ursache deiner Schreibblockade kennst, kannst du gezielte Lösungen entwickeln und erfolgreich in den Schreibfluss zurückfinden.

Im weiteren Beitrag nutze ich den Begriff „Schreibblockaden“ in Sinne von Schreibschwierigkeiten, die sich mit passenden Strategien auflösen lassen.

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Was steckt wirklich hinter einer Schreibblockade? Die häufigsten Ursachen

Schreibblockaden entstehen selten ohne Grund. Meist stecken klare Ursachen dahinter. Wenn du diese erkennst, findest du viel leichter wieder in den Schreibfluss zurück.

1. Kein Fahrplan für den Buch- und Schreibprozess 

Dir fehlt grundsätzlich eine Übersicht dazu, welche Schritte es braucht, um von einer Idee zu einem lesefreundlichen Text zu kommen. Dadurch weißt du nicht, welche Aufgaben wann zu tun sind. Solltest du beispielsweise erst mal drauflosschreiben – oder vorab Inhalte recherchieren und eine Struktur erstellen? Solche Unsicherheiten können zur Schreibblockade führen. Der Klassiker: Du sitzt vor dem leeren Blatt und bringst kein einziges Wort zustande. Wiederholt sich das ein paar Mal, entwickelt sich daraus schnell die gefürchtete „Angst vor dem leeren Blatt“.

2. Überlastung und Prokrastination

Wenn du keinen Fahrplan hast, geht du vielleicht viele Dinge gleichzeitig an. Du recherchierst hier ein paar Konkurrenztitel, sammelst dort ein paar Inhalte für dein erstes Kapitel. Nebenbei googelst du die Unterschiede zwischen Verlag und Selfpublishing. Du weißt zwar gar nicht so genau, was zu tun ist – aber Hauptsache, irgendetwas machen! Wenn sich zu viele Gedanken und To-dos gleichzeitig sammeln, ohne dass die Schritte klar sind, entsteht irgendwann das Gefühl von „zu viel“. Es legt dich lahm und friert jegliche Handlung ein. Wenn du zusätzlich prokrastiniert hast und jetzt unter Zeitdruck stehst, stellt sich umso leichter eine Schreibblockade ein.

3. Fehlendes Buchkonzept

Im Buchkonzept bestimmst du u. a. dein Thema und deine Zielgruppe. Wenn du dieses wichtige Fundament vor dem Schreiben nicht gelegt hast, fehlt dir die Orientierung und der Rahmen. Ohne Themeneingrenzung willst du vielleicht dein gesamtes Wissen unterbringen – es entsteht kein roter Faden. Ohne zu wissen, wer deine Zielgruppe ist, fällt es dir schwer, eine gute Ansprache und den passenden Stil zu wählen. Das kann zur Schreibblockade führen.

4. Falsche Vorstellungen und zu starre Regeln 

Du denkst, du kannst nur schreiben, wenn du inspiriert bist und der „richtige Moment“ gekommen ist. Du meinst, der erste Textentwurf muss schon super klingen. Oder du glaubst, Schreiben ist ein einsames Geschäft und du musst dich dafür zurückziehen. All diese starren und oft noch falschen Vorstellungen können zu Schreibblockaden führen. Denn du engst dich selbst ein und setzt Ansprüche, denen du nicht gerecht werden kannst.

5. Falsche Schreibtechniken für deinen Schreibtyp

Die passende Vorgehensweise und Auswahl von Schreibtechniken hängt stark von deinem intuitiven Schreibtyp ab. Das heißt: Nicht jede Schreibtechnik funktioniert für jede*n Autor*in gleich gut. Wenn du deinen Schreibtyp nicht kennst, nutzt du vielleicht kontraproduktive Techniken und bremst dich damit selbst aus. Ein Beispiel: Intuitiv schreibst du bei deiner Kapitel-Rohversion erst einmal drauflos. Wenn du aber meinst, dafür vorab eine Gliederung erstellen zu müssen, kann das zur Schreibblockade führen.

6. Perfektionismus und innerer Druck

Du hast kaum die ersten Worte des Satzes geschrieben, schon meldet sich dein innerer Kritiker: „Das klingt total dämlich!“ Vielleicht brüllt er auch: „Wer will das lesen?“ oder „Das versteht doch keiner!“ Jede*r kennt wohl diese kritische innere Stimme. Oft haben wir sie aus der Vergangenheit internalisiert und dadurch unsere Ansprüche nach oben geschraubt. Dahinter steckt meist die Angst, dass der Text nicht „gut genug“ wird und wir uns blamieren. Gleichzeitig wollen wir unser Buch aber ja schreiben – es entsteht ein inneres Dilemma. Enttäuschung, Selbstzweifel und Wut können diese negative Spirale noch verstärken und es kommt zur Schreibblockade .

Hinter einer Schreibblockade stecken also vielfältige Ursachen: Ein fehlender übergeordneter Plan, Unwissenheit über den eigenen Schreibtyp, falsche Vorstellungen vom Schreiben, aber auch psychische Dynamiken. Erst wenn du diese Ursachen kennst, kannst du deine Schreibblockade gezielt und erfolgreich überwinden.

Schreibblockade lösen: Tipps, die dir jetzt helfen können

Zu jedem Schreibprozess gehören Schwierigkeiten und Phasen, in denen es stockt. Je nach Ursache helfen dir diese unterschiedlichen Strategien, um wieder in den Schreibfluss zu kommen:

1. Dir fehlt Struktur und ein Fahrplan im Buch- und Schreibprozess

  • Teile dein Buchprojekt in Mini-Schritte ein. Falls dir das schwerfällt, verschaffe dir zunächst eine Gesamtübersicht. Überlege dafür: Welche Meilensteine liegen auf deinem Weg von der ersten Idee zum fertigen Buch? Und wie kannst du diese Meilensteine in konkrete Mini-Schritte einteilen? Mit einem solchen Schritte-Fahrplan erhältst du eine Orientierung für dein Buchprojekt. 
  • Erstelle dir vor dem Rohtexten eine Gliederung. Überlege dafür, was die optimale Struktur für dein Buch oder dein Kapitel ist: Was ist jeweils der Fokus des einzelnen Kapitels? Was müssen die Leser*innen als Erstes erfahren? Welche Punkte folgen in welcher Reihenfolge? Statt aufs leere Blatt zu starren, kannst du so an der Gliederung entlangschreiben. 


2. Du fühlst dich überfordert und prokrastinierst 

  • Plane deine Schreib-Sessions realistisch und konkret. Schreibe zum Beispiel nicht in deinen Kalender „Kapitel schreiben“. Sondern notiere dir für jede Schreib-Session, welchen konkreten Schritt du umsetzen möchtest: etwa „erste Ideen sammeln für mein Kapitel“, „ersten Struktur-Entwurf erstellen“ oder „auf Basis meiner Struktur einen ersten Rohentwurf schreiben“. Stelle dir für jede Aufgabe den Wecker auf eine für dich gute Zeit, das können 10 Minuten, aber auch 45 Minuten sein. Das hilft dir, für diese Zeit im Fokus zu bleiben und das Gefühl zu bekommen: „Das schaffe ich!“
  • Nutze Rituale und Belohnungen, die entspannen und dein Nervensystem beruhigen. Vielleicht hilft es dir, einen duftenden Kaffee zuzubereiten. Oder das Gefühl deiner Lieblingswolljacke auf der Haut. Vielleicht gibt dir auch die Pomodoro-Methode mit regelmäßigen Pausen Entlastung und Sicherheit. Finde heraus, was dich einerseits motiviert und deine Schreiblust weckt. Und was andererseits Beruhigung bringt und dir ein Gefühl von Sicherheit gibt.
  • Wechsle den Ort fürs Schreiben. Wähle bewusst eine Umgebung, die dir Sicherheit und Fokus schenkt. Vielleicht brauchst du (wie ich) zum Schreiben die absolute Stille und kennst eine schöne Bibliothek? Oder dir tun lebhafte Umgebungen gut und du setzt dich ins Café? Vielleicht hilft es aber auch schon, deinen Schreibtisch aufzuräumen? Probiere aus, welche Orte dich in eine produktive Stimmung bringen – und vermeide Orte, die du mit Stress verbindest.


3. Du kommst nicht in den Fluss

  • Variiere deine Schreibtechniken. Du merkst, dass du bei den verschiedenen Schritten wie Ideen-Finden, Rohtexten oder Überarbeiten immer wieder ins Stocken kommst? Für jeden Schritt gibt es passende Techniken.
  • Mache dir bewusst, in welcher Phase du dich gerade befindest und was du dafür brauchst. Schreiben besteht einerseits aus kreativen, assoziativen Phasen – und andererseits aus überlegten, analytischen Phasen. Für das Ideensammeln in der kreativen Phase sind beispielsweise die Techniken Cluster oder Freewriting nützlich. Im analytischen Modus kann eine Mindmap helfen. Trenne diese Phasen voneinander – so kommst du viel besser in den Fluss. Entsprechend kannst du das Schreiben vom Überarbeiten trennen.
  • Vergiss beim Rohtexten alle Regeln, die du jemals über das Schreiben gelernt hast. Beim Rohtexten bist du im kreativen Modus. Hier darfst du im Schreibfluss in die Tasten hauen. Starre Regeln und Vorstellungen davon, was richtig und falsch ist, lassen dich ins Stocken kommen. Schreibe deswegen, wie es dir gerade gefällt – und mache dir bewusst, dass Regeln wie Grammatik oder Stil erst bei der Überarbeitung wichtig werden.
  • Schreibe Hilfstexte. Hilfstexte unterstützen dich, deinen „richtigen“ Buchtext zu schreiben. Du schreibst sie vor oder neben deinen Buchkapiteln. Oder auch als erste Fassung, die du später überarbeitest. Es geht hier bewusst nicht um die Leser*innen, sondern darum, deine Ideen und Gedanken zum ersten Mal auszuformulieren. Eine besonders schöne Übung ist hier der „Brief an deine*n beste*n Freund*in“: Schreibe dein Kapitel so auf, als würdest du einer lieben Person davon erzählen. Das bringt oft wieder in den Schreibfluss.


4. Du steckst im Perfektionismus fest

  • Schreibe ein „shitty first draft“. Du verbringst eine halbe Stunde mit der Formulierung eines Satzes? Das „shitty first draft“ ist die bewusste Erlaubnis, beim ersten Textentwurf ohne Zensur und Qualitätsanspruch alle Gedanken aufs Papier zu bringen. Widerstehe dabei also dem Impuls, deinen Text direkt zu korrigieren. Das „shitty first draft“ darf wirklich shitty sein! In Wahrheit ist es gar nicht so shitty, sondern ziemlich wertvoll: Denn es bildet die Basis für den weiteren Schritt, das Überarbeiten. Hier darfst du dann deine Ansprüche wieder auspacken und den Text feinschleifen.  
  • Stelle deine Schriftfarbe beim Schreiben auf Weiß und schalte dein Korrekturprogramm bei den ersten Überarbeitungsschritten aus. Wenn du zu früh an Stil und Rechtschreibfehlern herumdokterst, blockierst du dich selbst. Die weißte Schrift und deaktivierte Autokorrektur helfen dir dabei, den Fokus aufs Wesentliche zu richten und deine Schreibblockade zu lösen. Denn erst wenn Inhalte und Struktur stehen, kommen sprachliche und formale Korrekturen im dritten und vierten Schritt der Überarbeitung
  • Hole dir wohlwollendes und konstruktives Feedback auf deinen Text. Du bist total unzufrieden mit deinem Text und weißt nicht, wo du weitermachen sollest? Feedback ist mit das Beste, was du bei einer Schreibblockade tun kannst. Denn durch die Resonanz merkst du, wo es noch hakt, aber auch, welche Stellen schon richtig gut sind. Frage dafür eine vertrauensvolle Person gezielt nach den Aspekten, die dir wichtig sind. Achte darauf, dass das Feedback wertschätzend und konkret ist. 

Es gibt nicht die eine Universallösung gegen Schreibblockaden. Aber sobald du die Ursache verstehst, kannst du gezielt neue Strategien ausprobieren, um Schritt für Schritt zurück in den Schreibfluss zu finden.


Schreibblockade beim Buch schreiben: Warum sie hier besonders häufig vorkommt 

Auch beim Buchprojekt hat eine Schreibblockade meist nichts mit mangelndem Talent oder zu wenig Disziplin zu tun. Vielmehr ist sie eine Reaktion auf die herausfordernde Komplexität des Vorhabens: Bei 150 bis 200 Seiten ist es nicht immer leicht, den Überblick und den roten Faden zu behalten.

Und wenn du zum ersten Mal ein Buch schreibst, musst du dich erst einmal mit den verschiedenen Arbeitsprozessen vertraut machen. Außerdem verläuft ein Buchprojekt meist über mehrere Monate – es fordert maximale Selbststeuerung und Motivierung.

Grundsätzlich können an jeder Stelle im Buchprojekt Schreibblockaden entstehen. In meiner Arbeit als Schreibcoach habe ich aber typische Stellen im Buchprozess entdeckt, die besonders prädestiniert für Schreibblockaden sind:

  • Einstieg ins Manuskript-Schreiben: Das Buchkonzept mit Inhaltsverzeichnis ist erstellt – jetzt geht es ans Eingemachte, ans Schreiben der Kapitel. Das fällt vielen erst einmal schwer und sie fühlen sich blockiert. 
  • Während der Manuskript-Phase: Hier bremst oft der eigene Perfektionismus aus: Wenn du versuchst, die erste Fassung bereits druckreif zu formulieren, rutschst du schnell in eine Schreibblockade. Auch unregelmäßiges Schreiben ist ein Risiko: Schreibblockaden stellen sich zum Beispiel oft nach längeren Pausen ein. 
  • Einstieg in die Überarbeitung: Wenn deine Rohfassung steht, hast du einen großen Meilenstein erreicht. Aber jetzt will der Text noch überarbeitet werden. Das braucht Zeit und Kraft – und einen neuen Anlauf. Auch hier stellen sich leicht Schreibblockaden, vor allem, wenn das Handwerkzeug zur Überarbeitung fehlt.

Als Schreibcoach habe ich außerdem gemerkt: Buch schreiben ist etwas Großes. Dadurch können immer auch emotionale Aspekte bei einer Schreibblockade mitspielen. Viele tragen etwa ihre Buchidee schon Jahre mit sich herum, für manche ist es sogar ein Lebenstraum. Leicht stellt sich dadurch die Angst vor dem Scheitern oder die Sorge ein, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen.

Gleichzeitig schreiben die Autor*innen über ein Thema, das ihnen sehr wichtig ist. Sie berichten von persönlichen Erfahrungen, sie nehmen klar Stellung – und machen sich damit verletzlich und angreifbar. Auch das ist für viele neu und kann blockieren.

Noch viel stärker wirken aber meistens die angenommenen Ansprüche der anderen: der Leser*innen, der Kolleg*innen, der Freund*innen. Häufig entsteht ein enormer Druck, dass das Buch wirklich gut werden muss, die Ansprüche steigen ins Extreme. Auch das kann zur Schreibblockade führen.

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Schreibblockaden überwinden und langfristig vorbeugen 

Akute Schreibblockaden lassen sich lösen – noch besser ist es aber, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit den folgenden präventiven Tipps beugst du Frust langfristig vor und sicherst deinen Schreibfluss.

1. Mit dem Schreiben und Schreibprozessen vertraut machen

Mit dem Wissen über den Schreibprozess und deinen eigenen Schreibtyp kannst du dich souverän durch dein Buchprojekt navigieren. Du wählst so die für dich idealen Strategien und Techniken aus. Damit verhinderst du, dass du typische Fehler machst und durch kontraproduktive Techniken in eine Schreibblockade kommst.

2. Schreibroutine entwickeln

Eine Schreibroutine heißt: Du hast eine feste Zeit, einen festen Ort und feste Rituale für dein Schreiben. Dein Expertenbuch bekommt damit einen festen Platz in deinem Alltag. So wartest du nicht mehr auf den „richtigen Moment“ oder die Inspiration, sondern bist kontinuierlich im Denk- und Schreibprozess. Auch das hilft dir, im Flow zu bleiben und Schreibblockaden langfristig zu vermeiden.

3. Buchkonzept und Kapitelplanung vorab erstellen

Dein Buchkonzept ist der Fahrplan für dein Buchprojekt: Hier legst du Thema, Zielgruppe und andere grundlegende Elemente für dein Buch fest. Dieser Fahrplan dient dir als Orientierung bei sämtlichen Fragen im Buchprozess und verhindert damit langfristig Schreibblockaden.

4. Frühzeitige und realistische Projekt- und Zeitplanung

Ein Expertenbuch zu schreiben, ist komplex und braucht Zeit sowie Kraft. Diese solltest du dir gut einteilen und vermeiden, unnötig in Zeitnot zukommen. Denn Schreibblockaden entstehen leichter, wenn man unter Druck steht. Daher plane dein Buchprojekt sorgfältig und realistisch. So weißt du, welche Aufgaben wann anstehen.

5. Passend zum eigenen Schreibtyp arbeiten

Schreiben wird immer vom persönlichen Schreibtypen beeinflusst. Während die einen erst eine detaillierte Struktur brauchen, schreiben andere lieber intuitiv drauflos. Daher führen Standardmethoden oft zu Frust und Schreibblockaden. Nutze deswegen deinem Schreibtyp entsprechende Schreibtechniken. So kannst du langfristig Schreibblockaden vorbeugen und im akuten Fall überwinden.

6. Mit einem Buchcoach arbeiten

Ein Buchprojekt ist ein Marathon, den du nicht allein laufen muss. Ein professioneller Buchcoach steht dir bei allen Schritten und Entscheidungen zur Seite. Im besten Fall erarbeitest du schon im Buchcoaching dein Buchkonzept und profitierst dann von der Struktur, Verbindlichkeit und Expertise im weiteren Prozess. So beugst du Schreibblockaden vor – und falls sie doch aufkommen, kannst du sie durch deinen Buchcoach frühzeitig erkennen und auflösen.

Fazit: Deine Schreibblockade ist ein Signal, kein Versagen 

Eine Schreibblockade heißt nicht, dass dir Talent oder Disziplin mangelt. Vielmehr ist sie ein wertvolles Signal: Dass du gerade mit der Aufgabe überlastet bist und deine aktuelle Strategie nicht zum Ziel führt. 

Wichtig ist, zunächst die Ursache für deine akute Schreibblockade zu erkunden. Dann gilt es, strategisch zu handeln: Je nach Ursache deiner Schreibblockade nutzt du neue Schreibtechniken, die dich wieder in den Schreibfluss bringen.

Am besten ist es, wenn Schreibblockaden gar nicht erst entstehen – also präventiv zu handeln. Hierbei helfen ein klarer Fahrplan, feste Routinen, Schreib-Handwerk oder auch die Begleitung durch einen professionellen Buchcoach. 

Nicht zuletzt dürfen wir Autor*innen uns immer wieder bewusst machen: Schreibschwierigkeiten kommen in jedem Buchprojekt vor und sind ganz normal. Die Kunst besteht darin, sie bewusst wahrzunehmen und anzunehmen. Denn Buchschreiben ist ein Handwerk, das man lernen und weiterentwickeln kann. Und dabei lernst du auch, die Ursachen für deine Schreibblockaden zu erkennen und Techniken zu nutzen, um sie wieder aufzulösen.

FAQ: Häufige Fragen zu Schreibblockaden

Was hilft gegen eine Schreibblockade?

Nutze Methoden wie das Erstellen eines „shitty first draft“ oder hole dir wohlwollendes Feedback auf deinen Text. Auch ein Ortswechsel oder kleine Belohnungen können den Flow zurückbringen. Wichtig ist es, den Druck rauszunehmen und das Projekt in machbare Schritte zu unterteilen.

Was sind typische Ursachen für eine Schreibblockade?

Zu den typischen Ursachen gehört, dass ein klarer Fahrplan oder ein fundiertes Buchkonzept fehlt, wodurch die Orientierung verloren geht. Weitere Ursachen sind Perfektionismus, zu starre Regeln bzgl. des Schreibens oder auch Schreibtechniken, die nicht zum deinem Schreibtyp passen. 

Ist eine Schreibblockade psychisch bedingt?

Schreibblockaden sind primär kognitive Störungen (Überlastung des Arbeitsgedächtnisses). Sie können jedoch eine psychologische Dimension bekommen, wenn Ängste, starker Selbstzweifel oder chronische Prokrastination eine Rolle spielen. Dann ist eine psychologische Unterstützung ratsam.

Wie kann ich eine Schreibblockade beim Buchschreiben überwinden?

Bewusstes Vorgehen und Reflektieren ist der Schlüssel: Erkunde die Ursachen deiner Schreibblockade und probiere dementsprechend neue Strategien aus. Erstelle beispielsweise ein detailliertes Buchkonzept als Fahrplan für dein Buch. Hilfreich sind außerdem ein realistischer Zeitplan und feste Schreibroutinen. Auch die Zusammenarbeit mit einem Buchcoach kann dir helfen, wieder in den Schreibfluss zu kommen.

Meine Mission

Als Buchcoach ist meine Mission: Coaches, Berater*innen und andere Expert*innen dabei zu begleiten, mit Flow und Fahrplan ein hochwertiges Expertenbuch zu veröffentlichen – für mehr Expertenstatus, Impact, Wunschkundschaft. Und für das erfüllende Gefühl, mit dem eigenen Buch dauerhaft Wissen und Erfahrungen weiterzugeben.

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Janina Lücke – Schreibcoaching

Verwendete Literatur:

Katrin Girgensohn und Nadja Sennewald: Schreiben lehren, Schreiben lernen: Eine Einführung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2012 

Ella Grieshammer, Franziska Liebetanz, Nora Peters und Jana Zegenhagen: Zukunftsmodell Schreibberatung. Eine Anleitung zur Begleitung von Schreibenden im Studium, Schneider Hohengehren 2012

Stephanie Dreyfürst und Nadja Sennewald (Hg.): Schreiben. Grundlagentexte zur Theorie, Didaktik und Beratung, Verlag Barbara Budrich 2014


Hast du schon Schreibblockaden erlebt? Wie sahen sie bei dir aus? Schreib mir im Kommentar.

Headerbild: Unsplash / Susan Bughdarvan 

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